BIM verändert die Baubranche

Die Digitalisierung hält weiter Einzug in die Baubranche. Deutlich machen das steigende Marktzahlen von Buildung Information Modelling (BIM), wie eine aktuelle Roland Berger Studie ermittelte. Die Unternehmen der Baubranche stehen der Studie zufolge durch die Einführung von BIM zwingenden Veränderungen gegenüber – ihre Arbeitswelt wandelt sich.

Bei BIM handelt es sich um eine Plattformanwendung, zu der alle an einem Bauprojekt beteiligten Unternehmen Zugang haben. Dort speichern sie Daten, die den Bau betreffen und können diese schnell untereinander austauschen. Bei Bedarf kann bei späteren Projekten sogar erneut auf vorhandene Daten zurückgegriffen werden. Nicht nur die gegenseitige Zusammenarbeit läuft auf diese Weise effizienter ab, auch Kooperationen sind leicht über die Plattform zu schließen. Wird BIM also zielführend eingesetzt, vereinfacht es Arbeitsprozesse und trägt dazu bei, Bauprojekte im Kosten- und Zeitrahmen zu halten.

Immer mehr Unternehmen vollziehen einen digitalen Wandel: Die Studie geht davon aus, dass sich der Markt für BIM-Anwendungen in den nächsten vier Jahren auf 11,5 Milliarden Dollar ausweitet. Damit wäre das Vierfache des Marktvolumens von 2014 erreicht. Aber BIM birgt neben den genannten Vorteilen auch Herausforderungen für Unternehmen der Bauindustrie. So könnte sich laut Roland Berger-Experte Philipp Hoff die Gewichtung zwischen Architekt, Bauunternehmen und Investor verschieben. Auch das Nachtragsmanagement der Bauwirtschaft werde wahrscheinlich vermehrt wegfallen und Generalunternehmer sowie Baustoffhändler entsprechend an Einfluss verlieren.

Verzichteten einzelne Unternehmen in den kommenden Jahren auf BIM, liefen sie Gefahr einen Wettbewerbsnachteil zu erfahren, so Hoff. Denn die nötigen Abstimmungen und der Informationsaustausch mit ihnen würden für Projektpartner zeitintensiver. Durch die Digitalisierung müssten daher alle Betriebe in der Baubranche ihre Geschäftsmodelle überdenken. Damit der digitale Wandel erfolgreich zu meistern sei, sollte die Belegschaft einbezogen werden. BIM bringe für Mitarbeiter neben neuer Technologie eine generelle Transformation der Arbeitsweise mit sich, auf die sie vorbereitet werden müssen.

 

23.11.2017
Bild: Unipor, München.
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