Erneuerung vieler Energieausweise fällig

Bis Dezember verlieren viele Energieausweise in Deutschland nach zehn Jahren ihre Gültigkeit. Denn seit 2009 sind Hausbesitzer dazu verpflichtet, die Energieeffizienz ihrer Wohngebäude zu dokumentieren. Wer also seine Immobilie vermieten oder verkaufen will, muss sich nun mit der Erneuerung dieser Ausweise befassen. So verzeichnet der Bundesverband der Energieberater (GIH) derzeit eine vermehrte Nachfrage der Dokumente. Wichtig ist bei Antragstellung die Unterscheidung zwischen Bedarfs- und Verbrauchsausweis – beide erfüllen unterschiedliche Kriterien.

Seit 2009 müssen Wohngebäude in Deutschland über Energieausweise verfügen. Diese Dokumente geben Auskunft über den energetischen Zustand der Immobilien. Dabei sorgen sie vor allem für Transparenz: Ein Energieausweis muss Interessenten spätestens bei der Wohnungsbesichtigung vorgelegt werden. Somit sind mögliche energetische Mängel auf einen Blick ersichtlich. Gleichzeitig zeigen die Ausweise Maßnahmen auf, mit denen die Energiebilanz des Gebäudes optimiert werden kann. Vor der Antragstellung müssen Hausbesitzer allerdings wissen, dass zwischen Bedarfs- und Verbrauchsausweis unterschieden wird. Ersterer gibt nur den Energiebedarf des Hauses auf Grundlage technischer Daten und baulicher Beschaffenheit an und bewertet diesen unabhängig vom Nutzerverhalten. Dagegen zeigt der Verbrauchsausweis anhand der letzten drei Abrechnungsperioden den tatsächlichen Energieverbrauch auf. Ein Klimakorrekturfaktor bereinigt dabei witterungsbedingte Abweichungen.

Eigentümer dürfen in der Regel entscheiden, welchen Ausweis sie nutzen möchten. Ausgenommen sind unsanierte Gebäude mit bis zu vier Wohnungen, deren Bauantrag vor November 1977 gestellt wurde – hier ist der Bedarfsausweis verpflichtend. Zudem kommt dieser bei Gebäuden zum Einsatz, bei denen noch keine Verbrauchsdaten vorliegen. Die Deutsche Energie-Agentur (dena) rät Hausbesitzern ohnehin zum Bedarfsausweis, da seine Daten von Experten erfasst werden und einen objektiven Vergleich zwischen Gebäuden ermöglichen. Keinen Energieausweis benötigen dagegen Eigentümer von denkmalgeschützten Gebäuden, solchen mit weniger als 50 Quadratmetern Fläche oder mit periodischer Nutzung, wie bei Ferienhäusern

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22.06.2019
Bild: ri/Pixabay
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