Mehr Massivbau als Antwort auf Wohnungsnot

73 Prozent der in 2018 neu gebauten Wohnungen wurden mit massivem Mauerwerk errichtet. Insgesamt ist laut Deutscher Gesellschaft für Mauerwerks- und Wohnungsbau (DGfM) trotzdem deutlich zu wenig Wohnraum entstanden. Um das im Koalitionsvertrag gesetzte Ziel von 1,5 Millionen Neubau-Wohnungen bis 2021 noch zu erreichen, müssten nun politische Maßnahmen folgen.

Die Bundesregierung setzte sich bis 2021 den Neubau von 1,5 Millionen Wohnungen zur Aufgabe, was einem Schnitt von 375.000 pro Jahr entspricht. 2018 wurden bundesweit allerdings nicht einmal 300.000 Einheiten errichtet. Die Entwicklung geht laut Marktforschern des Pestel Institutes (Hannover) dennoch in die richtige Richtung. Für das Erreichen der Ziele müssten nun allerdings weitere politische Maßnahmen folgen, betont Matthias Günther, Leiter des Pestel-Institutes.

Laut DGfM haben bisherige Mittel zur Förderung des Neubaus, wie das Baukindergeld, ihr Ziel verfehlt. So sind die Baugenehmigungszahlen von Ein- und Zweifamilienhäusern gesunken. Laut Günther sollte der Bund anstelle dieser kurzfristigen Zuschüsse lieber in langfristige Förderungen investieren. Auch einheitliche und übersichtliche Bauvorschriften seien von Nöten. Bauland-Spekulationen müssten vermieden und der soziale Wohnungsbau gefördert werden.

Mauerziegel sind laut DGfM bestens zur Errichtung von Wohnbauten geeignet. Dabei bezieht sich der Verband auf mehrere Studien: Eine Untersuchung der Arbeitsgemeinschaft für zeitgemäßes Bauen (ARGE, Kiel) ergab, dass Mauerwerk mit durchschnittlich 362 Euro pro Quadratmeter im Vergleich zu anderen Wandbaustoffen kostengünstiger ist. Massive Mauerwerksbauten überzeugen durch ihren „ökologischen Fußabdruck“: Das LCEE-Institut (Life Cycle Engineering Experts) fand heraus, dass sie über die gesamte Lebensdauer hinweg vor allem mit ihrer thermischen Speicherkapazität punkten. So verbrauchen Massivhäuser rund fünf Prozent weniger Heizwärme als Holzhäuser. Das Potenzial massiven Mauerwerks wird also vielfach belegt. Um dringend benötigten Wohnraum zu schaffen, ist nun politische Unterstützung erforderlich.

01.04.2019
(Bild: Unipor, München)
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