Zahlungsmanagement auf dem Bau soll digital werden

Knapp 2,5 Millionen Euro stehen zur Verfügung, um das Zahlungsmanagement in der Baubranche zu revolutionieren. Dies gab nun das Bundeswirtschaftsministerium als Geldgeber bekannt. Mit der Forschung und Entwicklung eines geeigneten Programmes sind drei Institutionen betraut: zwei universitäre Einrichtungen und ein IT-Dienstleister. In den nächsten drei Jahren arbeiten sie gemeinsam an einer Lösung namens „BIM contracts“, die den Zahlungs- und damit auch den Bauprozess beschleunigen soll.

Besonders kleine und mittlere Unternehmen, die am Bauprozess beteiligt sind, profitieren von reibungslosen Zahlungsprozessen. Diese zu schaffen, ist Kerninhalt des Förderprogrammes „BIM contracts“, welches das Bundeswirtschaftsministerium mit insgesamt 2,46 Millionen unterstützt. Mit der Umsetzung betraut sind der Lehrstuhl für Bauwesen an der Ruhr-Universität Bochum, das Softwaretechnik-Institut Paluno an der Universität Duisburg-Essen und der IT-Dienstleister Adesso.

Drei Jahre sind angesetzt, um ein automatisches Zahlungssystem für die Baubranche zu entwickeln. Dieses fußt auf digitalen Bauwerksmodellen, wie sie Gegenstand von Building Information Modeling-Anwendungen (BIM) sind. Ebenfalls genutzt wird die Blockchain-Technologie in Verbindung mit der digitalen Abbildung von vertraglichen Vereinbarungen – sogenannten Smart Contracts. Die Integration der Technologien kommt vor allem kleinen und mittleren Bauunternehmen zugute: Die Transaktionskette während des gesamten Bauprozesses wird digital abgebildet. Ebenso, welche Leistungen mit den einzelnen Akteuren vereinbart wurden. Abschluss und Abnahme der jeweiligen Aufgaben kann künftig mobil erfolgen – und damit noch vor Ort auf der Baustelle. Zahlungsverzögerungen könnten so reduziert werden und für Betriebe minimiere sich das finanzielle Risiko ausbleibender Zahlungseingänge, erläutert Professor Markus König, Leiter des Bochumer Lehrstuhls für Bauwesen.

24.10.2019
(Bild: UNIPOR, München).
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