Newsletter vom

Neue Mantelverordnung erntet Kritik

Trotz großer Ablehnung in der Bauwirtschaft wurde im November die Mantelverordnung verabschiedet. Hiermit will die Regierung bundesweit einheitliche Richtlinien zur Verwertung mineralischer Abfälle schaffen. Die Bauverbände mahnen jedoch an, dass die Verordnung in der jetzigen Form zur Deponieknappheit beitrage – und dadurch zu erhöhten Baukosten führe. Daher fordern sie nun entsprechende Nachbesserungen.

Pro Jahr fallen in Deutschland rund 275 Millionen Tonnen mineralischer Abfälle an. Davon zeichnet bei 80 Prozent die Bauwirtschaft verantwortlich. Das Recycling und die Entsorgung dieser Stoffe regelt die sogenannte Mantelverordnung, die nun auch den Bundesrat passiert hat. Von Seiten der Bauverbände hagelt es allerdings Kritik: So sei die Verordnung primär auf die Belange des Boden- und Grundwasserschutzes fokussiert. Dies verhindere ein effizientes Baustoffrecycling. Der Zentralverband des Deutschen Baugewerbes (ZDB), der Hauptverband der Deutschen Bauindustrie (HDB) und der Deutsche Abbruchverband (DA) mahnen zudem eine sinkende Verwertungsquote an, während gleichzeitig die Deponieknappheit weiter verstärkt werde.

Daher fordern die Bauverbände geschlossen Nachbesserungen an der neuen Verordnung. Sie müsse gleichermaßen ökonomisch als auch ökologisch vertretbar sein, erläutert HDB-Geschäftsführer Dieter Babiel. Es sei zwar nachvollziehbar, dass Bund und Länder unter einem Vorhaben einen Schlussstrich ziehen wollten, über das seit etwa 15 Jahren gestritten werde. Jedoch befürchtet er steigende Baukosten, sollte die Mantelverordnung in dieser Version bestehen bleiben. Dabei ergänzt DA-Geschäftsführer Andreas Pocha, dass sich auch die öffentliche Hand als Bauherr auf die gesteigerten Kosten einstellen müsse.