Demographischer Wandel in der Baubranche

Der demographische Wandel wird in den nächsten Jahren zur Herausforderung für die Baubranche. Das Durchschnittsalter sowie der Anteil der älteren Erwerbstätigen liegt zwar noch unter dem Durchschnitt – alarmierend ist allerdings, dass die Baubranche seit 2008 stärker als andere Wirtschaftszweige altert. Außerdem ist es kaum möglich, in der Bauwirtschaft die Lebensarbeitszeit zu verlängern. Daher wird die Fachkräftesicherung umso wichtiger.

Diese Entwicklung zeigt ein aktueller Vergleich der Altersstrukturen verschiedener Branchen, der vom statistischen Amt der Europäischen Union (ESTAT) durchgeführt wurde. Laut ESTAT waren im vergangenen Jahr 33,5 Prozent der Erwerbstätigen im Baugewerbe mindestens 50 Jahre alt. Das heißt, dass in den kommenden 17 Jahren ein Drittel der Arbeitnehmer und Selbstständigen ersetzt werden muss – rund 900.000 Erwerbstätige. Damit liegt der Anteil dieser Altersgruppe an den gesamten Erwerbstätigen zwar noch knapp unter dem gesamtwirtschaftlichen Durchschnitt von 35 Prozent. Doch in den vergangenen Jahren ist er im Vergleich zur Gesamtwirtschaft stark angestiegen: Absolut  gesehen wuchs die Zahl der Erwerbstätigen über 50 Jahre am Bau seit 2008 um 55,4 Prozent – deutlich stärker als in der Gesamtwirtschaft (39,1 Prozent). Denn der Beschäftigungsaufbau der letzten Jahre hat vor allem bei den über 50-Jährigen stattgefunden – bei jüngeren Generationen ist die Zahl der Erwerbstätigen gesunken.

Sichere und attraktive Arbeitsplätze zu schaffen, wird daher immer wichtiger. Auf diese Weise könnte die Baubranche Fachkräfte gewinnen und vor allem halten. Auch die Nachfrage nach höheren Qualifikationen am Arbeitsmarkt steigt. Gleichzeitig verändert sich durch den demographischen Wandel die Nachfrage nach Bauleistungen: Neue Marktfelder sind beispielsweise das altersgerechte und barrierefreie Bauen sowie das Instandhalten von Immobilien älterer Menschen. Auch kleinere Betriebe sind durchaus in der Lage, die Herausforderung des demographischen Wandels zu meistern und neue Chancen nutzen.

 

29.09.2016
Bildquelle: Pixabay.
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