Bewerbermangel spitzt sich zu

Eine Untersuchung der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) zeigt: In den nächsten drei Jahren wollen zwei Drittel aller mittelständischen Firmen vakante Stellen besetzen. Davon befürchten jedoch 65 Prozent, nur teilweise, verzögert oder gar kein Personal zu finden. Fachkräfte sind verstärkt gefragt, da sich der Mittelstand derzeit über volle Auftragsbücher freut.

77 Prozent der mittelständischen Betriebe in Deutschland können derzeit Stellen nicht besetzen. Laut KfW-Mittelstandspanel war dies vor vier Jahren noch bei 57 Prozent der befragten Unternehmen der Fall. Hohe Gehaltsvorstellungen oder fehlende Qualifikationen von Bewerbern spielen dabei mittlerweile nur noch eine geringe Rolle. Der Mangel an Personal verschärft sich nach KfW-Angaben seit 2014 in allen Wirtschaftsbereichen, obwohl gleichzeitig schon mehr Frauen und ältere Fachkräfte vakante Stellen besetzten.

Insbesondere im Bausektor ist bei der aktuellen Hochkonjunktur ein personeller Engpass wahrzunehmen: Vor vier Jahren gingen noch 75 Prozent der mittelständischen Baufirmen von einem Bewerberdefizit aus – heute sind es bereits 90 Prozent. Laut KfW wird sich der Personalmangel flächendeckend bemerkbar machen, sobald ab 2025 die Generation der Baby-Boomer in den Ruhestand geht.

Auch die Bundesregierung ist sich der Verschärfung bewusst und bewertet die aktuelle Situation als „bedeutendes Risiko“ für die deutsche Wirtschaft. Aus diesem Grund plant sie nun eine Neuausrichtung des Fachkräftekonzeptes. Für KfW-Chefvolkswirt Jörg Zeuner sind auch Investitionen in den Infrastrukturmarkt eine Möglichkeit gegen den Personalengpass. So können etwa auch Einrichtungen wie Kindertagesstätten und Ganztagsschulen eine Verbesserung der Situation bewirken, da sie Eltern den nötigen Freiraum einräumen, ihre Berufstätigkeit erneut aufzunehmen.

 

18.12.2018
Bild: UNIPOR, München.
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