Kritische Stimmen zum geplanten Gebäudeenergiegesetz

Seit November 2018 liegt der Referentenentwurf des geplanten Gebäudeenergiegesetzes (GEG) vor. Da die finale Abstimmung im Bundestag noch aussteht, wird das vorliegende Papier aktuell in der Bau- und Immobilienbranche diskutiert.  Die Positionen sind konträr: Vereinzelte Zustimmung trifft auf vehemente Kritik.

Innerhalb des GEG sollen die Energieeinsparverordnung (EnEV), das Energieeinsparungsgesetz und das Erneuerbare-Energien-Wärmegesetz zusammengefasst werden. Für Deutschland stellt das GEG die Umsetzung der EU-Gebäuderichtlinie dar.  Dieser zufolge müssen nun alle Bauten der öffentlichen Hand und ab 2021 auch alle privaten Gebäude dem „Niedrigstenergiestandard“ entsprechen. Mit der Regulierung im Gebäudesektor sollen die klimapolitischen Ziele der Europäischen Union auch auf nationaler Ebene umgesetzt werden. Dabei ergeben sich einige Änderungen: So wird beispielsweise das „EnEV-easy“-Verfahren zugunsten eines Modellgebäudeverfahrens ersetzt.

Während der Vizepräsident des Zentralverbandes Deutsches Baugewerbe (ZDB), Wolfgang Schubert-Raab, den GEG-Entwurf begrüßt, schlossen sich weitere Akteure in einer Gebäude-Allianz gegen das Papier zusammen. Sie fordern wichtige Punkte zu berücksichtigen oder den Entwurf zurückzuziehen. Unter anderem gilt es, die bestehenden energetischen Anforderungen an Wohnbauten nicht aufzuweichen. Zudem müssten Klimaschutz und bezahlbares Wohnen vereinbar bleiben. Dazu bedürfe es einer energetischen Modernisierung zu sozialverträglichen Konditionen.

Auch Vertreter der Ziegelindustrie lehnen den GEG-Entwurf ab. Sie sprechen sich gegen eine Verschärfung der bestehenden Richtlinien für den Neubau aus. Stattdessen betrachten sie Regelungen für die Sanierung von Bestandsbauten als zentral, um die Klimaschutzziele noch zu erreichen. Auch Schubert-Raap merkt an, dass der laut EnEV seit 2016 gültige Standard ausreichend sei und die energetische Modernisierung effektiver zum Klimaschutz beitrage.

01.04.2019
(Bild: Unipor, München)
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